Meditation- die ersten Schritte zum eigenen „Ich“

Teil1 der Meditations-Basic’s

“Wenn du müde geworden bist vom Laufen nach den Sternen, um den Menschen in der Nacht etwas Licht zu bringen, dann setz dich in der Stille nieder und lausche auf die Quelle.
Wenn du tief genug vordringst zum Kern der Dinge, dann bekommst du Augen, um unsichtbare Dinge zu sehen, und Ohren, um unhörbare Dinge zu hören.“

-Phil Bosmans
(1922 – 2012), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller, (der moderne Franziskus)

Warum Meditation?

Phil Bosmans, der große flämische Menschenfreund und Gründer des „Bund ohne Namen“, trifft mit diesem Ausspruch den Nagel auf den Kopf.

Wir alle hasten nur und haben vergessen auch einmal zu rasten. Wir haben den Kontakt zu unserer Quelle verloren. Wir selbst sind unsere Quelle. Unser inneres Wesen, unverfälscht von äußeren Ablenkungen, weise und stark- das sind wir.

Leider hören wir unsere innere Stimme immer weniger. Das Göttliche ist aber in jedem von uns stark und erlebbar. Wir müssen nur wieder den Weg zurück zu uns selbst finden.

Unser inneres Wesen ist immer da in uns. Wir sehen nur den Wald vor Bäumen nicht mehr. Wir hören nur seine Stimme in unserer lauten Zeit nicht mehr.

Um all das wieder für uns zugänglich zu machen, müssen wir uns trainieren. Wir sind durch unsere Umwelt, Hektik und die ständige Reizüberflutung extrem abgehärtet. Subtile Sinneseindrücke bemerken wir garnicht mehr. Viele Menschen meiden sogar die Stille, weil sie die Abwesenheit von Lärm und Ablenkung ängstigt.

Stille ist aber die Grundvorraussetzung für Kontemplation. Ruhe ist der Gegenpol zu Hektik und Lärm. Nur wenn alles im Gleichgewicht ist, geht es uns gut. Das ist die Philosophie von Yin und Yang.

Äußere Stille

Doch wie kommen wir nun in die Stille? Als erstes müssen wir für äußere Stille sorgen, ehe wir innere Stille erreichen können.

Wir suchen uns also einen ruhigen, warmen und geschützten Ort. Wir sorgen dafür, das wir nicht gestört werden können. Handy und Türklingel sollte man abschalten, Fenster schließen und Türen evtl. abschließen.

Man sollte sich an einen Ort zurückziehen, wo man sich wohl und geborgen fühlt. Dieser Ort sollte gemütlich, ruhig, sauber und aufgeräumt sein. Er sollte ausreichend warm sein. Wenn man meditiert fährt der Kreislauf herunter, der Herzschlag sinkt und man kühlt leicht aus. Eine Decke über Schultern und Beinen kann helfen, wenn man leicht friert.

Nimm dir für die Vorbereitung Zeit. Mach die Vorbereitung zu einem Ritual, das sich bei jeder Meditation wiederholt. So kommst du schneller zur Ruhe.

Die Meditation selbst sollte am Anfang 5-10 Minuten dauern. Fang langsam an und steigere nach und nach die Zeit. Je besser du ohne Schmerzen sitzen kannst, desto länger kannst du meditieren. Du kannst auch früh und abends meditieren, wenn du möchtest.

Atem

Jetzt ist der Zeitpunkt, Abstand von der lauten Welt draußen zu nehmen und sich seinem Inneren zuzuwenden.

Ein guter Weg nach innen ist der Atem. Ein ruhiger Körper atmet auch ruhig. Bei Hektik und Stress steigt der Atemrhythmus, in Ruhe sinkt er. Das geht auch anders herum! Wenn man seinen Atem bewusst beruhigt, beruhigt sich auch der Körper.

Setze dich nun auf einen Stuhl oder Hocker. Wenn du schon ein Meditationskissen oder Meditationshocker besitzt, benutze ihn. Wenn du auf einem Stuhl sitzt, lehne dich nicht an und halte den Rücken aufrecht, ohne ihn zu verkrampfen. Lass deine Schultern locker hängen. Stelle deine Füße mit der ganzen Sohle auf den Boden. Die Beine sollten etwa einen rechten Winkel bilden.

Lege deine Hände mit den Handflächen nach oben locker auf deinen Oberschenkeln ab. Schließe deine Augen. Atme langsam durch die Nase ein und zähle dabei bis vier. Achte darauf beim Einatmen nicht in die Brust, sondern in den Bauch zu atmen. Die Bauchdecke hebt sich beim Einatmen und senkt sich beim Ausatmen. Nach dem Einatmen machst du eine kurze Pause. Beim Ausatmen atmest du ganz langsam durch den Mund aus und zählst dabei langsam bis sechs. Wenn du später mehr Erfahrung darin hast, kannst du die Zählzeit beim Ausatmen erst auf sieben, dann auf acht erhöhen.

Wenn du die Bauchatmung und das Zählen nach den ersten Malen verinnerlicht hast, kommt der nächste Schritt.

Innere Stille durch Konzentration

Du atmest ein und zählst bis vier dabei. Kurze Atempause, ausatmen und dabei bis sechs zählen. Wenn das automatisch geht und du es schon im Gefühl hast, gehen wir weiter.

Während des Ein- und Ausatmens konzentrierst du dich nun ganz auf deine inneren Empfindungen. Du fühlst, wie kühle Luft durch deine Nase in den Rachen und weiter in die Lunge bis in den Bauchraum strömt. Du entdeckst dabei wie sie sich langsam erwärmt und wie sich deine Lunge entfaltet und dein Zwerchfell sich spannt und entspannt.

Konzentriere dich ganz darauf, alles in dir zu entdecken. Wie fühlt sich dabei dein Rücken an, wie deine Schultern? Sind sie entspannt oder schmerzen sie bei entspanntem Sitzen?

Beobachte dich selbst. Schweife mit deinem inneren Auge von deiner Stirn, über den Nacken, die Schultern, den Rücken, das Becken, die Füße und wieder zurück. Finde heraus, wie sich dein Körper jetzt anfühlt. Und vergiß nicht, dabei gleichmässig zu atmen und dabei zu zählen.

„Das alles gleichzeitig tun? Das schaff ich nicht, das ist ja total anstrengen!“, wirst du jetzt denken. Das ist es auch, aber nur ganz am Anfang. Wenn dein Atem ruhig ist und du die Zählzeiten im Gefühl hast, kannst du das schon mal aus deinen aktiven Gedanken ausblenden.

Übung macht den Meister

Innere Ruhe kann man sich antrainieren. Das geht nur über Konzentration. Meditieren steht für die meisten nur für unproduktiv herumsitzen und dösen. In Wirklichkeit ist es anstrengend und erfordert Körperbeherrschung und hohe Konzentration. Das Resultat ist aber eine tiefe Entspannung und noch viele andere schöne Dinge, über die ich dir das nächste Mal mehr erzähle.

Meditation kann jeder lernen. Es ist ein Ruhepol in unserem hektischen Leben. Du nimmst dir dabei selbstbestimmt die Zeit nur für dich. Du entscheidest dich aktiv, dir selbst etwas Gutes zu tun.

Meditation ist gesund. Es ist eine gute Methode, um Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Allergien und vielen anderen Geißeln des modernen Lebens vorzubeugen.

Das nächste Mal gehen wir einen Schritt weiter in unserer Meditation. Bis dahin kannst du den ersten Schritt tun und üben. Hast du Fragen ?

Schreib einfach einen Kommentar oder eine email an mich. Ich helfe gern!

Wer mehr erfahren möchte: in meinem Buch gibt es noch viel mehr Informationen zu Meditation und Entspannung!

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